Hormonstörungen und ihre Folgen

Die Hormone regulieren wichtige Stoffwechselvorgänge. Ein Hormonmangel (Insuffizienz) wie auch ein Überschuss (Exzess) können zu komplexen klinischen Störungen führen. Während sich die gynäkologische Endokrinologie mit dem weiblichen Hormonhaushalt im speziellen befasst, behandelt die internistische Endokrinologie Erkrankungen der hormonproduzierenden Drüsen bei Frau und Mann.

Schilddrüsenerkrankungen

Die Schilddrüsenhormone werden auch als „Motor des Stoffwechsels“ beschrieben. Ein Überschuss an Schilddrüsenhormonen führt u. a. zu einer beschleunigten Herz- und Magen-Darm-Funktion. Auf lange Sicht kann sich auch eine Osteoporose entwickeln; niedrige Werte bremsen den Stoffwechsel und können u.a. zu einer Gewichtszunahme, Stimmungsschwankungen und Haarausfall führen.

Erkrankungen der Nebenschilddrüse

Die Nebenschilddrüsen liegen hinter der Schilddrüse. Sie sind mitverantwortlich für die Balance des Kalziumspiegels. Insbesondere eine Unterfunktion der Nebenschilddrüsen tritt häufiger nach Schilddrüsenoperationen auf.

Nebennierenerkrankungen

Die Nebenniere liegt oberhalb jeder Niere und bildet vor allem Stresshormone. Eine Überproduktion kann einen erhöhten Blutdruck, Gewichtszunahme oder eine verstärkte Wirkung männlicher Hormone zur Folge haben. Gewichtszunahme oder eine verstärkte Wirkung männlicher Hormone zur Folge haben. Eine Unterfunktion der Nebennieren hingegen führt zu Müdigkeit, Abgeschlagenheit, sowie Kreislaufbeschwerden mit niedrigem Blutdruck.

Die Nebennieren bilden vor allem Stresshormone. Eine Überproduktion kann zu Gewichtszunahme führen; eine Unterfunktion zu Abgeschlagenheit und Müdigkeit.

Erkrankungen der Hypophyse

Die Hirnanhangdrüse (Hypophyse) ist das zentrale Steuerorgan für viele hormonelle Funktionen im Körper. Hormonelle Mangelzustände der Hypophysenfunktion müssen meist lebenslang medikamentös ausgeglichen werden. Mit Ersatz der Schilddrüsenfunktion, gegebenenfalls der Geschlechtshormone und auch der kortikotropen Funktion der Hypophyse ist aber ein normales Leben möglich.

Über- und Untergewicht

Über- und Untergewicht können verschiedene hormonelle Funktionsstörungen zugrunde liegen. Neben der Schilddrüse, der Hypophyse/Nebenniere wird das Gewicht u. a. auch vom Insulinstoffwechsel reguliert.

Auffällige Gewichtszunahme oder Abnahme kann hormonelle Ursachen haben. Im Blickfeld steht hier unter anderem der Insulinstoffwechsel.

Transsexualität

Transsexualität oder Transsexualismus eines Menschen wird von den Betroffenen als das Wissen bezeichnet, nicht das bei der Geburt zugewiesene Geschlecht zu haben. In der Medizin versteht man nach Definition der WHO darunter „den Wunsch, als Angehöriger des anderen Geschlechtes zu leben und anerkannt zu werden“. Dieser Zustand geht meist mit dem Unbehagen oder dem Wissen um nicht mit der Geschlechtsidentität übereinstimmender Körpermerkmale einher. Häufig, aber nicht zwangsläufig besteht der Wunsch nach chirurgischer und hormoneller Behandlung, um den eigenen Körper dem bestimmenden Identitätsgeschlecht so weit wie möglich anzugleichen.

Haarausfall

Mit Haarausfall geht ganz besonders für Frauen ein enormer seelischer Druck einher, da er den allgemeinen Schönheitsidealen widerspricht. Gemeinsam grenzen wir die Ursache ein und diskutieren die verschiedenen Therapiemöglichkeiten.

Die Ursache für Haarausfall oder Alopezie ist häufig genetisch bedingt und rührt von einer Überempfindlichkeit der Follikel auf männliche Hormone.

Mehrbehaarung

Hirsutismus bezeichnet die ungewöhnlich starke Zunahme des männlichen Behaarungstyps und ist häufig auf erhöhte männliche Hormonwerte, sogenannte Androgene, zurückzuführen.

Hirsutismus und eine auffällige Mehrbehaarung bei Frauen kann sehr belastend sein. Ursache ist meist eine vermehrte Hormonproduktion.

Akne, Virilisierung

Manchmal geht Hirsutismus (= Mehrbehaarung) Hand in Hand mit weiteren Ausprägungen sekundärer männlicher Geschlechtsmerkmale wie Stimmbruch und Zunahme des Muskelvolumens. Kommt noch eine Klitorishypertrophie (ungewöhnlich vergrößerte Klitoris) hinzu, spricht man von Virilisierung – Vermännlichung. Dann ist es sinnvoll, einen eventuellen androgenproduzierenden Tumor abzuklären.